Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze


Das Problem: Während Hunde häufiger an einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden, ist bei der Katze das Gegenteil der Fall. Die Schilddrüsenüberfunktion ist mit Abstand die häufigste hormonelle Erkrankung der Katze. Nur bei 2% der erkrankten Tiere ist ein bösartiger Tumor Schuld, bei 98 % ist die Vergrösserung gutartig. Die vermehrte Ausscheidung von Thyroxin bewirkt, dass sämtliche Köperfunktionen auf Hochtouren laufen. Durch die erhöhte Herzfrequenz steigt der Blutdruck was über längere Zeit zu Erblinden oder gar Herzversagen führt.


Erste Krankheitsanzeichen


  • Gewichtsverlust bei konstantem oder sogar gesteigertem Appetit
  • Durchfall, Erbrechen
  • Erhöhte Trinkmenge
  • Häufiger Harn- und Kotabsatz
  • Ungepflegtes Fell und lange Krallen
  • Verhaltensänderungen oder Aggressivität


Diagnose


meist relativ einfach, da T4 direkt im Blut bestimmbar ist. Zu Beginn der Erkrankung kann aber der Gehalt im Blut noch normal sein. In diesem Fall wird ein zweiter Schilddrüsenwert im Labor bestimmt oder zu einem späteren Zeitpunkt das T4 nochmals gemessen.


Therapiemöglichkeiten


  • Tabletten:
    Mit Felimazole® stehen winzige Filmtabletten in 2 Stärken zur Verfügung, mit deren Hilfe die Produktion der Schilddrüsenhormone reduziert wird. Die Verabreichung erfolgt lebenslänglich.
  • Spezialfutter:
    Die Firma Hills hat mit y/d ein Futter mit sehr geringem Jodgehalt entwickelt. Wenn die Erkrankung noch nicht sehr weit fortgeschritten ist und das Tier als reine Wohnungskatze gehalten wird (darf nichts anderes Fressen) möglich solange die Futterakzeptanz gegeben ist.
  • Salbe:
    Teure Spezialanfertigung die mit Handschuhen an der unbehaarten Ohrinnenseite aufgetragen wird und über die Haut aufgenommen wird. Allerdings auch über die menschliche Haut! Somit nur für Haushaltungen ohne Kinder und für Katzen die wenig Wert auf Körperkontakt mit ihrem Menschen legen.
  • Radiojodtherapie (in München, Giessen und Wien):
    Bei einem Klinikaufenthalt von bis zu 14 Tagen werden mit radioaktivem Jod die problemverursachenden Zellen zerstört. Falls noch genügend funktionierendes Schilddrüsengewebe übrig ist kommt die Mietze fortan ohne Medikamente aus.


Ursache


Bis heute noch nicht geklärt. In Frage kommen Flammschutzmittel (in Möbeln, Teppichen, Textilien etc.), die Verpackung von Feuchtfutter (Dosen und Schalen) sowie Futter die Salzwasserfische oder viel Leber enthalten (beides mit schwankend hohem Jodanteil).


ihre Tierärztin Anita Winterberger